Inhalt des zweiten Workshop-Panel war es, die von den Modellkommunen geplanten Projekte vorzustellen, sie thematisch zu kategorisieren und vor dem Hintergrund der Projektziele zu hinterfragen.

Dazu platzierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Projekte in der Open-Government-Begriffslandschaft – und dies im räumlichen wie im übertragenen Sinne: Die Vorhaben der Modellkommunen wurden als jeweils ein Pappkartonstapel in das räumliche Gefüge der zuvor kartierten Open-Government-Handlungsfelder eingeordnet. Die Höhe des Stapels symbolisierte den subjektiv empfundenen Stellenwert des Projekts, die räumliche Anordnung den thematischen Fokus.

Die Erst-Verortung der Vorhaben gelang zügig – und gab gleichzeitig Gelegenheit, Zusammenarbeit und Offenheit auch in der Gruppe der Projektakteure zu praktizieren. Es war den Modellkommunen möglich, nach nur kurzer Diskussion die Schwerpunkt-Handlungsfelder für die einzelnen Projekte zu bestimmen. Das Raummodell der Projekte machte sofort inhaltliche Beziehungen zwischen einzelnen Vorhaben unterschiedlicher Modellkommunen deutlich. Dabei fiel eine Häufung von Querschnittsprojekten auf, die komplexe Aufgabenstellungen und mehrere Handlungsfelder gleichzeitig adressieren.

In der anschließenden ausführlichen Vorstellung der Projekte durch die Vertreterinnen und Vertreter der Modellkommunen ergaben sich Diskussionen zu Inhalten und Kategorisierungen. Die Visualisierung half dabei, die Ausrichtung der Projektansätze zu reflektieren. Einzelne Kommunen änderten im Ergebnis die Verortung von Projekten im Modell. Mehrfach wurden inhaltliche Überschneidungen und interkommunale Kooperationsmöglichkeiten erkannt – beispielsweise bei Beteiligungsportalen oder Smart-City-Projekten.

Gleichzeitig machte die Diskussion erneut unterschiedliche Sichten auf das Verhältnis von Open Government, Digitalisierung und Bürgerbeteiligung deutlich. Zudem waren erstmals auch differierende Erwartungen einzelner Modellkommunen an die gemeinsame Arbeit spürbar.

Text: Neutzner | Fotografie: Kalinowski