Workshop Berlin, 21. Juni 2018

Zwischenbilanz der Projektarbeit

Arbeitsbericht

Nach der Begrüßung war der erste Teil des Workshops der Reflektion der Projektarbeit seit dem vergangenen Treffen der Modellkommunen im November 2017 gewidmet. In den Monaten seither ist es gelungen, die gemeinsame Arbeit zu verstetigen und auszuweiten.

Im Mittelpunkt der Aktivitäten der Modellkommunen standen selbstverständlich die jeweiligen lokalen Modellprojekte. Das im ersten Workshop der Modellkommunen geschärfte und ausgedeutete Begriffsverständnis zu Open Government erlaubte es, die Projektkonzepte kritisch zu hinterfragen und bewusster auf die identifizierten Perspektiven von Offenheit im kommunalen Handeln auszurichten. Dazu überarbeiteten die Modellkommunen ihre Projektkonzepte und fixierten sie im Frühjahr 2018 erneut. Seitdem hat die Projektarbeit in den Kommunen mit je nach Projektgegenstand unterschiedlichen Ausprägungen begonnen. In den knappen Berichten der Teilnehmer*innen wurden erste Erfolge und Kooperationsbemühungen, aber auch Hindernisse sichtbar.

Die Zusammenarbeit der Kommunen untereinander konnte mit einem zusätzlich angebotenen Workshop im Landkreis Marburg-Biedenkopf fortgesetzt werden. Überregionale Veranstaltungen, an denen Vertreter*innen einzelner Modellkommunen teilnahmen, gaben Gelegenheit, miteinander in Kontakt zu bleiben. Zu Höhepunkten der Öffentlichkeitsarbeit im Projekt gestalteten sich das »Open Government Lab« der Modellkommunen beim Zukunftskongress Staat und Verwaltung 2018 sowie eine international besetzte Diskussionsveranstaltung »European Open Government« in den Tagen vor dem neuerlichen gemeinsamen Workshop. Parallel gelangen bilaterale Beratungen und Begegnungen zwischen dem Beraterteam und einzelnen Modellkommunen.

Schärfen der Zielsetzungen des Projekts

Im Ergebnis der intensiven Diskussionen in und zwischen den Modellkommunen konnte in den vergangenen Monaten das gemeinsame Verständnis der Projektziele geschärft werden.

Das Projekt »Modellkommune Open Government« zielt darauf…

die gesellschaftlichen Akteure in den Kommunen der Bundesrepublik Deutschland für »Open Government« als Strategie gesellschaftlicher Entwicklung zu sensibilisieren.

bislang isoliert betriebene Entwicklungen zu einem übergreifenden kommunalen Leitbild zusammenzuführen: Dazu werden Demokratieentwicklung (Transparenz, Partizipation…), Digitalisierung (E-Government, Open Data, Smart City…), Verwaltungsentwicklung (Bürokratieabbau, Kollaboration…) sowie gesellschaftliches Engagement (für Menschenrechte, für sozialen Zusammenhalt, für Nachhaltigkeit…) unter dem Blickwinkel von »Offenheit« verbunden.

die abstrakte Open-Government-Strategie für die kommunale Praxis handhabbar zu machen – beispielsweise durch Best Practice, Leitfaden und Arbeitshilfen.

die Verantwortlichen in den Kommunen zu ermutigen, Open Government zu thematisieren und praktisch zu wagen.

die Landes- und Bundespolitik, die Zivilgesellschaft und Wirtschaft für die Spezifika deskommunalen Open Government zu sensibilisieren.

Verdeutlichen der Arbeitsweise im Projekt

Im Ergebnis der intensiven Diskussion der Möglichkeiten und Grenzen des Modellprojekts in den vergangenen Monaten konnte ein gemeinsames Verständnis zur Arbeitsweise erreicht werden. Maßgeblich sind vier Schritte der Projektarbeit, die zyklisch durchlaufen werden:

Zunächst müssen Gegenstand und Erkenntnisperspektiven durch die Modellkommunen diskutiert, definiert und detailliert werden.

Auf dieser Basis kann anschließend im praktischen Tun gelernt werden – vor allem in der Umsetzung der jeweiligen Modellprojekte. Die dabei gewonnenen Erfahrungen müssen untereinander reflektiert werden.

Anschließend werden die Erkenntnisse der Modellkommunen kontextualisiert – insbesondere in Bezug auf den nationalen und internationalen Diskurs zu Open Government, auf die Erfahrungen von Zivilgesellschaft und Wirtschaft sowie die Ergebnisse der Forschung.

Im vierten Schritt können die Erkenntnisse verallgemeinert und operationalisiert werden – unter anderem durch einen praktisch nutzbaren Leitfaden zu kommunalem Open Government. Dabei soll das Modellprojekt Impulse für die Verstetigung des Anliegens auslösen.

Text: Neutzner | Fotografien: Kalinowski