Stadt Köln

Daten für die Stadt – Civic Tech als neues Kollaborationsmodell

Projektsteckbrief

  • Bau von Stickdioxid-Sensoren
  • Verteilung der Sensoren an interessierte Bürger/innen
  • Aufbau eines zivilgesellschaftlichen Sensornetzes mit mindestens 100 Sensoren
  • Bereitstellung der Messdaten als Open Data

Maßgeblich adressierte Handlungsfelder im Open Government

  • Transparenz
  • Zusammenarbeit
  • Open Data

Status Quo

Stand:März 2019

Allgemein

Das Projekt »Daten für die Stadt – Civic Tech als neues Kollaborationsmodell« soll den konsequenten Weg zur digitalen Transformation der Verwaltung durch den Ausbau entsprechender Services für Bürger*innen unterstützen. Ein besonderer Fokus liegt hierbei in der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, wodurch eine neue Qualitätsstufe des vom Rat der Stadt Köln beauftragten Internetstadt-Konzeptes erreicht werden soll. Maßgabe war, das Projekt nachhaltig zu gestalten, um eine Übertragung auf weitere potentielle Szenarien zu ermöglichen.

Problemstellung

Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ist gerade in Großstädten wie der Stadt Köln das Thema Luftqualität bzw. Luftschadstoffe sehr populär, insbesondere was die Stickstoffdioxide angeht. Dabei ist die Belastung im gesamten Stadtgebiet naturgemäß nicht einheitlich, da der Straßenverkehr die bedeutendste Quelle darstellt und daher besonders hoch frequentierte Zonen stärker belastet sind.

Offiziell werden die Emissionen in Köln an fünf Messstationen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen gemessen. Ein flächendeckendes Netz ist hierdurch, wenn überhaupt, nur interpolierbar. Das Projekt »Daten für die Stadt« hat sich zum Ziel gesetzt, eine flächendeckende Betrachtung der Stickstoffdioxidbelastung durch unabhängige Messstationen in Köln zu ermöglichen. Hierzu sollen Bürger*innen befähigt werden, Schadstoffdaten mittels selbst erstellter Sensoren zu erheben und zur Verfügung zu stellen. Um die Schwelle so niedrig wie möglich zu halten, werden die innerhalb des Projektes konzipierten und beschafften Sensoren kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die so gewonnenen Daten werden in der Sensor-Cloud-Infrastruktur des Projektpartners TH Köln zusammengeführt und zur freien Nachnutzung über das Open-Data-Portal der Stadt Köln bereitgestellt mit dem Ziel der modellhaften Erprobung, wie Daten aus Kollaborationsprojekten systematisch als offene Daten eingebunden werden können.

Ergebnisse

Innerhalb des Projektes wurde in Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln eine Sensor-Cloud-Plattform aufgesetzt und in Betrieb genommen, um die im Projekt gewonnenen Sensordaten systematisch einbinden zu können. Hierdurch wird die Sammlung, Übertragung, Strukturierung, Speicherung und Auswertung der Sensordaten ermöglicht.In mehreren Workshops mit dem OKLab Köln wurden die Sensoren gemeinsam mit den Bürger*innen konzipiert, beschafft und beständig weiterentwickelt.

Zur freien Nachnutzung der erhobenen Daten müssen diese geeignet bereitgestellt und visualisiert werden. Die TH Köln hat hierzu eine Schnittstelle (API) implementiert, die über das Open-Data-Portal Köln angebunden wurde. Die Visualisierung der Daten erfolgt über die Projektwebseite und über die öffentlich erreichbare Oberfläche der Sensor-Cloud-Plattform.

Durch die konkreten Maßnahmen im Projekt konnte modellhaft erprobt werden, wie Daten aus Kollaborationsprojekten systematisch als offene Daten eingebunden werden können. Damit ist eine Übertragung auf andere, gleichartige Projekte in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft grundsätzlich möglich. Das Projekt zeigt, wie eine Kooperation in zukünftigen Szenarien und Projekten aussehen könnte. Auf dieser Basis werden weitere Kooperationen, z.B. mit der Universität Köln und dem Forschungszentrum Jülich, angestrebt. Das Projekt wird 2019 um eine Lärmmessung und die Möglichkeit der Datenübertragung über LoRaWan erweitert.

Text: Stadt Köln