Stadt Köln

Entwicklung eines umfassenden Serviceportals zur Stadtpolitik

Projektsteckbrief

  • Kollaborative Erarbeitung eines nutzerorientierten Anforderungsprofils für das Service-Portal auf Basis des RIS mit Beteiligung von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung
  • Entwicklung und Implementierung des Frontends auf Basis des Anforderungsprofils unter Integration der Schnittstelle OParl
  • Anpassung des Vorlagen- und Beschlussmanagements an definierte Transparenzvorgaben (Session Workflow)
  • Modell zur Kollaboration im Bereich Serviceentwicklung

Maßgeblich adressierte Handlungsfelder im Open Government

  • Bürgerbeteiligung
  • Zusammenarbeit
  • Open Data
  • Innovation

Status Quo

Stand:März 2019

Zielsetzung

Als Maßnahme der Stadt Köln im Rahmen der Modellkommune Open Government soll das Ratsinformationssystem zu einem umfassenden Serviceportal mit erweiterten und nutzerorientierten Funktionen ausgebaut werden. Das Vorhaben ist Bestandteil der Verwaltungsreform. Als Basis dienen offene Daten, die aus dem Kölner Ratsinformationssystem generiert und über die OParl-Schnittstelle produktiv eingebunden werden sollen (der OParl-Standard definiert eine Webserviceschnittstelle, die den anonymen, lesenden Zugriff auf öffentliche Inhalte aus parlamentarischen Informationssystemen ermöglicht).

Kern des geförderten Projektansatzes ist im Sinne des Open Government die modellhafte Erprobung einer neuen Herangehensweise der Anwendungsentwicklung: Das Anforderungsprofil für das neue Serviceportal soll in einem offenen Prozess gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und weiteren Akteuren bzw. potentiellen Nutzergruppen entwickelt werden.

Als Ergebnis sollen die Informationsqualität und der öffentliche Informationszugang für den Bereich Stadtpolitik verbessert und die Transparenz politischer Entscheidungsprozesse erhöht werden. Der entscheidende Vorteil der Nutzung offener Daten für dieses Vorhaben ist die Möglichkeit, herstellerunabhängige Lösungen zu entwickeln.

Bisherige Aktivitäten (Überblick)

Anforderungserhebung aus Sicht von Nutzergruppen

1. Nutzerabfragen
Im Zeitraum von Juni 2017 bis Januar 2018 wurden im Rahmen von vier Veranstaltungen erste Anforderungen an das Serviceportal aus der Perspektive unterschiedlicher Nutzergruppen erhoben und anschließend geclustert. Aus Nutzersicht zeichneten sich folgende Schwerpunkte für erweiterte Servicefunktionen ab:

  • Push-Dienste nach Themen, Orten und Neuheiten (z.B. Abo, Newsletter, E-Mail, SMS),
  • Kartenbasierte und themenbezogene Suche,
  • übersichtliches Design und intuitives Handling des Portals,
  • Features zur Webseitenpersonalisierung,
  • Kommentierungsmöglichkeit für Vorlagen,
  • Transparentere Dokumentation von Beschlüssen und ihrer Historie.

2. Design Thinking
Zur weiteren Vertiefung der erhobenen Anforderungen wird in Stufe 2 Design Thinking als Methode eingesetzt. Design Thinking ist eine teamorientierte Innovationsmethode, die Kreativität systematisch entwickelt und die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Der Einstieg erfolgte am 15. Mai 2018 in einem Workshop für Verwaltungsmitarbeiter/innen. Ziel der Veranstaltung war es, ausgehend von typisierten potentiellen Nutzern (Personas), Anforderungen an die Servicefunktionen aus unterschiedlichen Nutzerperspektiven zu definieren und zu visualisieren.

Mockup-Entwicklung in Kooperation mit dem Kölner OKLab der Open Knowledge Foundation

Die bisher gewonnenen Ergebnisse (Nutzerabfragen, Design Thinking Workshop) wurden anschließend im Sommer 2018 in einem offenen Prozess gemeinsam mit der Zivilgesellschaft über das OKLab Köln der Open Knowledge Foundation weiterentwickelt und zu einem Vorführmodell verdichtet (Mockup). Vertreter der Stadt Köln stellten die Ergebnisse auf zwei Meetups des OKLab vor und diskutierten diese mit den teilnehmenden freien Softwareentwicklern und sonstigen Interessierten der Community. Bei der Entwicklung des Mockups konnte über das OKLab auf Kompetenzen auf dem Gebiet von nutzerorientiertem Webdesign, in der Fachsprache auch User Experience Design (UX) genannt, zugegriffen werden.

Das Mockup soll nun in weiteren Rückkopplungsschleifen bis zur Umsetzungsreife gebracht werden. In diesem Prozess sollen erneut innovative Methoden wie Desing Thinking und User Experience Design (UX) eingesetzt werden.

Softwareseitige Sondierungen / Einschätzung der technischen Umsetzungsoptionen

Parallel zur Anforderungserhebung wurden Gespräche mit dem Hersteller des Kölner Ratsinformationssystems und der Open Knowledge Foundation (OKF) geführt. Die OKF war maßgeblich an der Entwicklung des OParl-Standards beteiligt, entwickelt diesen weiter und betreibt das kommunenübergreifende Portal »Politik bei uns«, das als Pilotprojekt für kommunales OpenGovernment vom Land NRW gefördert wurde. Ziel von »Politik bei uns« ist es, Politik vor Ort für Einwohner/innen transparent zu machen.

Bisher ist die OParl-Schnittstelle in Köln nur im Testbetrieb verfügbar. Zurzeit arbeitet die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Hersteller des Ratsinformationssystems noch an der Bereinigung kleinerer Fehler. Außerdem werden Anpassungen der Software zur Optimierung der Datenpflege, Georeferenzierung und Themensuche vorbereitet.

Weiteres Vorgehen

Seit dem 8.2.2019 und noch bis zum 14.3.2019 findet derzeit ein öffentlicher Online-Dialog zu dem Mockup statt. Hieran können sich alle Interessierten beteiligen. Ziel ist es, herauszubekommen, was von dem Modell auf Zustimmung stößt, was nicht, wo eventuell noch Verbesserungsbedarf besteht, und ob es darüber hinaus noch weitere Ideen gibt.

Die Ergebnisse werden anschließend vom Projektteam in Zusammenarbeit mit dem OKLab ausgewertet. In Planung ist ein anschließender Workshop in Form eines Usability-Tests mit Probenutzern zur Überprüfung und Verfeinerung des nutzerorientierten Designansatzes.

Als letzter Schritt ist die Programmierung des Portals in Zusammenarbeit mit der Open Knowledge Foundation vorgesehen. Nach jetzigem Stand soll die technische Umsetzung über eine Einbindung in das landesweite Portal »Politik bei uns« erfolgen.

Text: Stadt Köln